Muffins Leidensgeschichte
Ich habe mir aus den verschiedensten Gründen überlegt, Muffins Rücken-Geschichte hier nach und nach aufzuschreiben.
Zum einen, um Retrieverbesitzer für ihre Hunde zu sensibilisieren, da unteranderem viele Rückenprobleme viel zu spät erkannt werden, weil vor allem Retriever Schmerz sehr gut wegpacken können und trotz heftigster Befunde Spielen und Toben und so augenscheinlich alles in Ordnung zu sein scheint.
Zum anderen, um über unsere Behandlungs-/OP-/Medikamentenerfahrungen zu berichten, da vielleicht nicht alle das Glück haben, direkt in super ärztliche Hände zu geraten und so man von unseren Erfahrungen profitieren kann.
Ein weiteres Anliegen ist mir aber auch, angehende Hundebesitzer zum Nachdenken anzuregen. Ich möchte zeigen, was es bedeuten kann einen kranken Hund zu haben und was das psychisch und finanziell für Auswirkungen haben kann. Alle Hundebesitzer kann dieses Schicksal jederzeit ereilen und dessen sollte man sich bereits vor dem Kauf des neuen Familienmitglieds bewusst sein.
Muffins MRT Befund vom November 2016:
Brustwirbelsäule: Das Nucleus Pulposus Signal bei TH2-11 ist hochgradig reduziert
Lendenwirbelsäule: Mittelgradige Sponsylosebildung bei TH 13-L2, Das Nucleus pulposus Signal ist mittelgradig reduziert, es wölbt sich gering bis mittelgradig heterogenes Bandscheibenmaterial nach dorsal in den Wirbelkanal hervor. Bei Th 13/L1 ist der epidurale Fettsaum links ventral nicht mehr nachvollziehbar und der Liqoursaum ist geringgradig reduziert.
Bei L1/L2 ist der epidurale Fettsaum links ventral nicht mehr nachvollziehbar und der Liqoursaum ist mittelgradig reduziert.
Das Nuv´cleus pilposus Signal bei L7/S1 ist gering bis mittelgradig reduziert. Der Nucleus pulposus bei L7/S1 zeigt eine tropfenförmige Konformation und wölbt sich mittelgradig nach dorsal in den Wirbelkanal vor. Der ventrale Fett-Liqoursaum ist vollständig aufgehoben. Die Cauda-equina Fasern auf der linken Seite stehen ventral mit dem Bandscheibenmaterial in Kontakt.
S1 ist nicht mit S2 fusioniert (Lumbosakraler Übergangswirbel Typ 1)
Muffins bisherige Behandlungen seit 2016:
Dorsale Laminektomie, Fenestration der Bandscheibe L7/S1 im November 2016 - diese war unbedingt nötig, da die ganze Bewegung der Hinterhand über diesen Bereich läuft und dadurch ständig in Bewegung ist und weiter gereizt wird. Ohne OP wäre Muffin über kurz oder lang gelähmt gewesen, da der Wirbelkanal durch das weiter austretende Bandscheibenmaterial immer mehr komprimiert worden wäre.
seit Januar 2017 mindestens 2-4 mal im Monat Physiotherapie, im 1. Quartal 2017 Unterwasserlaufband
seit Januar 2017 mindestens 1 mal im Monat Ostheopathie
in schlimmen Schmerzphasen haben Blutegel und Neuraltherapie Muffin schon sehr gute Linderung verschafft
an Medikamenten bekommt Muffin 150 mg Carprofen/Rimadyl am Tag (Schmerz- und Entzündungshemmer) und in ganz schlechten Phasen Gabapentin 3 x 100 mg am Tag(Nervenschmerzmittel) zusätzlich bekommt er immer wieder Vomisan (Magenschutz), Discus compositum (subkutan oder oral), Arnica 1000er Potenz, sein homöopathisches Konstitutionsmittel (in seinem Fall Arsenicum), Traumeel, Vitamin B Komplex, Schüßler Salze 1
Akkupunktur, Schwimmen
Wie wurde Muffins Erkrankung entdeckt?:
Ich bin zu meiner Tierärztin gegangen und habe ihn dort ostheopathisch untersuchen lassen, einfach und alleine aus dem Grund, dass ich ein komisches Gefühl hatte. Einziges greifbares Symptom war, dass Muffin nicht mehr ganz so spritzig und freudig beim Dummytraining war.
Die Behandlung hat Muffin zwar gut getan, aber es hat mir trotzdem keine Ruhe gelassen und ich bin mit ihm in die Tierklinik nach Gießen gefahren. Dort wurde er vom Orthopäden und von der Neurologin komplett auf links gedreht, aber er zeigte keinerlei Auffälligkeiten, außer eine noch nicht mal eingradige Lahmheit hinten links.
Zunächst wurde er mit Rimadyl Schmerzmittel behandelt und geschont.
Mein Bauchgefühl war aber stur wie ein Esel und so konnte ich den Chefarzt der Neuro davon überzeugen ein MRT von Muffin zu machen, obwohl er davon ausging nichts zu finden.
Er rief mich bereits nach einer halben Stunde Untersuchungszeit an, obwohl ich eigentlich erst nach 2 Stunden dort erscheinen sollte, und klärte mich direkt über Muffins heftigen Befund auf, den so niemand erwartet hatte aufgrund der fast nicht vorhandenen Symptomatik.
Retriever weisen eine enorme körperliche Härte auf und durch ihren will to please gehen sie weit über ihre Grenzen hinaus. Sie schaffen einiges an Schmerz zu überdecken, wo andere Rassen bereits schreiend auf 3 Beinen laufen würden. Umso wichtiger ist es, dass wir als Besitzer ein wachsames Auge haben !!